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Kleidermotten bekämpfen: So wirst du sie nachhaltig los

Kleine Löcher in Wollpullovern, feine Gespinste oder plötzlich Motten im Kleiderschrank: Kleidermotten können lange unbemerkt bleiben, bevor der Befall auffällt. Entscheidend ist jetzt, nicht nur die sichtbaren Falter zu beseitigen. Die eigentlichen Schäden verursachen die Larven, die sich vor allem von keratinhaltigen Materialien wie Wolle, Haaren oder Federn ernähren.
Wer Kleidermotten dauerhaft loswerden möchte, sollte deshalb systematisch vorgehen: Befallsherd finden, betroffene Textilien behandeln, Schrank und Umgebung gründlich reinigen und verbliebene Motteneier bekämpfen. Welche Methode dabei sinnvoll ist und wann Schlupfwespen helfen können, erfährst du in dieser Anleitung.

Das Wichtigste in Kürze

Nicht die erwachsenen Motten verursachen die Löcher, sondern ihre Larven.

Besonders gefährdet sind Wolle, Kaschmir, Filz, Pelz, Federn und andere tierische Materialien.

Suche nicht nur im Kleiderschrank: Auch Teppiche, Polstermöbel, Wollplaids, Tierhaare und wenig genutzte Textilien können Befallsherde sein.

Befallene Kleidung sollte je nach Material gewaschen, erhitzt, eingefroren oder anderweitig behandelt werden.

Schränke, Ritzen, Fußleisten und Böden gründlich reinigen und absaugen.

Pheromonfallen helfen bei der Befallskontrolle, beseitigen einen Befall aber nicht allein, da sie vor allem männliche Falter fangen.

Schlupfwespen der Gattung Trichogramma bekämpfen die Motten bereits im Eistadium und können besonders bei hartnäckigem Befall sinnvoll sein.

Nach der Bekämpfung solltest du die betroffenen Bereiche noch einige Zeit kontrollieren.

Kleidermotten erkennen: Woran erkennst du einen Befall?

Bevor du mit der Bekämpfung beginnst, solltest du möglichst sicher sein, dass es sich tatsächlich um Kleidermotten handelt. Denn nicht jede kleine Motte im Haus ist automatisch eine Kleidermotte. Die erwachsenen Falter sind klein, gelblich bis bräunlich und eher unscheinbar. Häufig fällt deshalb nicht die Motte selbst auf, sondern das, was ihre Larven hinterlassen.

Typische Anzeichen für Kleidermotten sind:

  • kleine, unregelmäßige Löcher in Wollkleidung
  • feine Gespinste oder Gespinströhren
  • kleine Kotkrümel in der Nähe beschädigter Textilien
  • Larven oder Larvenhäute
  • Fraßstellen an Teppichen, Decken oder anderen Textilien aus tierischen Fasern
  • Schäden an Kleidungsstücken, die längere Zeit ungestört im Schrank lagen

Wichtig: Nicht jede Motte im Schlafzimmer ist eine Kleidermotte. Lebensmittelmotten gehören beispielsweise zu einer anderen Gruppe und halten sich typischerweise in Vorräten und Küchenschränken auf. Wenn du zunächst herausfinden möchtest, welche Mottenart du entdeckt hast, findest du in unserem Ratgeber Motten erkennen eine ausführliche Übersicht mit typischen Merkmalen und Bildern.

Was fressen Kleidermotten eigentlich?

Ein häufiger Irrtum ist, dass Kleidermotten grundsätzlich Kleidung aus allen möglichen Materialien befallen. Tatsächlich sind vor allem tierische Fasern mit Keratin interessant für ihre Larven. Dazu gehören beispielsweise Wolle, Kaschmir, Angora, Fell und Federn. Auch Wollteppiche, Filz oder andere Materialien tierischen Ursprungs können betroffen sein.

MaterialRisiko
Wolle🔴 hoch
Kaschmir🔴 hoch
Angora🔴 hoch
Fell🔴 hoch
Federn und Daunen🟠 möglich
Filz🟠 möglich
Baumwolle🟢 normalerweise kein typisches Fraßmaterial
Polyester🟢 normalerweise nicht betroffen
Leinen🟢 normalerweise nicht betroffen

Wolle

  • 🔴 hoch

Kaschmir

  • 🔴 hoch

Angora

  • 🔴 hoch

Fell

  • 🔴 hoch

Federn und Daunen

  • 🟠 möglich

Filz

  • 🟠 möglich

Baumwolle

  • 🟢 normalerweise kein typisches Fraßmaterial

Polyester

  • 🟢 normalerweise nicht betroffen

Leinen

  • 🟢 normalerweise nicht betroffen

Besonders gefährdet sind Kleidungsstücke, die lange ungestört im Schrank liegen. Schweiß, Hautschuppen und Haare können die Textilien zusätzlich attraktiv für Kleidermottenlarven machen. Das erklärt auch, warum sich ein Befall nicht unbedingt auf Kleidung beschränkt. Teppiche, Wolldecken, Polstermöbel oder Tierbetten können ebenfalls zum Befallsherd werden. Wenn du Kleidermotten bekämpfen möchtest, solltest du deshalb nicht nur nach beschädigten Kleidungsstücken suchen. Kontrolliere auch weniger offensichtliche Stellen in der Umgebung.

Kleidermotten bekämpfen: Schritt für Schritt

Bei einem Kleidermottenbefall reicht es nicht, nur die sichtbaren Falter zu beseitigen. Die eigentlichen Schäden verursachen die Larven, während sich die Eier oft gut versteckt befinden. Deshalb solltest du systematisch vorgehen und nicht nur einzelne Kleidungsstücke behandeln.

Am sinnvollsten ist diese Reihenfolge:

  1. Befallsherd suchen und nicht nur den betroffenen Kleiderschrank kontrollieren.
  2. Betroffene Textilien behandeln, passend zum jeweiligen Material.
  3. Kleiderschrank und Umgebung gründlich reinigen und mögliche Verstecke beseitigen.
  4. Verbliebene Motteneier gezielt bekämpfen, beispielsweise mit Schlupfwespen.
  5. Den Erfolg über längere Zeit kontrollieren, damit ein erneuter Befall möglichst früh auffällt.

Die einzelnen Schritte sind wichtig, weil sich Kleidermotten in unterschiedlichen Entwicklungsstadien im Haushalt befinden können. Eine einzelne Maßnahme löst das Problem deshalb nicht immer zuverlässig. Im Folgenden gehen wir detailliert auf die einzelnen Schritte ein.

Befallsherd suchen

Räume den betroffenen Kleiderschrank oder die Kommode zunächst vollständig aus. Kontrolliere dabei besonders Wollpullover, Kaschmir, Strickwaren und andere Textilien aus tierischen Fasern.

Achte auf:

  • kleine, unregelmäßige Löcher
  • feine Gespinste
  • Larven oder Larvenhäute
  • Fraßspuren
  • kleine Kotkrümel
  • Bereiche, in denen sich Staub, Haare oder Wollflusen gesammelt haben

Auch Kleidungsstücke ohne sichtbare Schäden solltest du überprüfen. Eier und junge Larven sind leicht zu übersehen.
Beschränke die Suche außerdem nicht auf den Kleiderschrank. Kleidermotten können auch Wollteppiche, Wolldecken, Filz, Polstermöbel oder Tiertextilien befallen. Besonders interessant sind ruhige, wenig gestörte Bereiche, in denen sich Haare oder Fasern sammeln. Wenn mehrere Schränke oder Räume vorhanden sind, solltest du deshalb auch diese kontrollieren. Bei einem größeren Befall kann es sonst passieren, dass du zwar einen Bereich behandelst, die eigentliche Quelle aber bestehen bleibt.

Tipp: Lege verdächtige Kleidungsstücke nicht einfach zurück in den Schrank. Halte behandlungsbedürftige Textilien zunächst getrennt von bereits kontrollierter Kleidung.

Befallene Textilien behandeln

Hast du mögliche Befallsherde gefunden, solltest du die betroffenen Textilien behandeln. Welche Methode geeignet ist, hängt vom Material und den jeweiligen Pflegehinweisen ab.

Waschen

Waschbare Textilien kannst du entsprechend dem Pflegeetikett reinigen. Höhere Temperaturen sind grundsätzlich wirksamer gegen Mottenstadien, allerdings darf empfindliche Wolle natürlich nicht einfach heiß gewaschen werden. Bei Wollkleidung solltest du deshalb immer die Pflegehinweise des Herstellers beachten.

Wärme

Geeignete Textilien können – sofern das Material es zulässt – mit Wärme behandelt werden. Auch ein Trockner kann bei entsprechend geeigneten Kleidungsstücken infrage kommen. Gerade bei empfindlichen Naturfasern ist jedoch Vorsicht geboten: Zu hohe Temperaturen können die Kleidung beschädigen.

Einfrieren

Für empfindliche Textilien, die nicht heiß gewaschen oder anderweitig erhitzt werden können, kann Einfrieren eine Alternative sein. Das Umweltbundesamt nennt für befallene Textilien mindestens −19 °C über mindestens 36 Stunden. Bei einem bestehenden Befall sollte die Behandlung über mehrere Wochen wiederholt werden. Entscheidend ist, dass die erforderliche Temperatur tatsächlich erreicht wird und das jeweilige Material für das Einfrieren geeignet ist.

Reinigen und Ausklopfen

Textilien können zusätzlich gründlich gereinigt und ausgeklopft werden. Bei geeigneten Materialien kann auch das Aussetzen in der Sonne unterstützend wirken.

Wichtig ist jedoch: Nicht jede Methode eignet sich für jedes Kleidungsstück. Bei hochwertigen Teppichen, empfindlichen Naturfasern oder wertvollen Textilien kann eine professionelle Reinigung die bessere Wahl sein. Die behandelten Kleidungsstücke solltest du anschließend getrennt von noch nicht kontrollierten Textilien aufbewahren. So verhinderst du, dass ein möglicher Restbefall wieder auf bereits behandelte Kleidung übergeht.

Kleiderschrank und Umgebung gründlich reinigen

Während du die Kleidung behandelst, solltest du den leeren Kleiderschrank gründlich reinigen. Ziel ist es, mögliche Eier, Larven, Gespinste, Haare und andere Rückstände zu entfernen.

Saugt dabei besonders sorgfältig:

  • Ecken und Kanten
  • Ritzen und Fugen
  • Bohrlöcher und Verbindungsstellen
  • die Schrankunterseite
  • den Boden unter und hinter dem Schrank
  • angrenzende Fußleisten

Auch der Bereich rund um den Kleiderschrank sollte nicht vergessen werden. Kleidermottenlarven können sich an geschützten Stellen in der Umgebung aufhalten und müssen nicht direkt auf einem Kleidungsstück sitzen.
Nach dem gründlichen Absaugen kannst du die Oberflächen feucht auswischen. Ein spezieller Reiniger ist dafür nicht zwingend erforderlich – wichtiger ist, dass du Staub, Haare, Gespinste und mögliche Rückstände tatsächlich entfernst. Vergiss außerdem Teppiche, Polstermöbel und andere Textilien in unmittelbarer Nähe nicht. Gerade wenn der Befall schon länger besteht, lohnt sich eine Kontrolle des gesamten Bereichs.
Den Staubsaugerbeutel beziehungsweise den Inhalt des Staubbehälters solltest du anschließend direkt entsorgen oder gründlich reinigen, damit sich daraus kein neuer Befallsherd entwickelt.

Pheromonfallen richtig einsetzen

Pheromonfallen können bei einem Kleidermottenbefall hilfreich sein – allerdings vor allem zur Kontrolle und Erfolgskontrolle. Die Fallen enthalten einen Lockstoff, der männliche Kleidermotten anzieht. Dadurch lässt sich feststellen, ob noch erwachsene Falter unterwegs sind und ob nach einer Behandlung weiterhin Aktivität besteht.
Als alleinige Bekämpfungsmethode reichen Pheromonfallen jedoch nicht aus. Sie fangen hauptsächlich männliche Falter und beseitigen weder Eier noch Larven. Genau diese Entwicklungsstadien sind aber für den eigentlichen Schaden an deinen Textilien verantwortlich.

Deshalb solltest du eine Pheromonfalle eher als Kontrollinstrument betrachten:

  • zur ersten Einschätzung, ob Kleidermotten vorhanden sind
  • zur Beobachtung des Befallsverlaufs
  • zur späteren Erfolgskontrolle

Wenn trotz gründlicher Reinigung und Behandlung weiterhin Motten in der Falle landen, solltest du nach weiteren Befallsherden suchen und die Bekämpfung gegebenenfalls fortsetzen.
Mehr über die verschiedenen Arten von Mottenfallen und ihre tatsächlichen Möglichkeiten erfährst du in unserem Ratgeber Motten bekämpfen.

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Schlupfwespen gegen Kleidermotten

Wenn der Befall hartnäckig ist oder du möglichst gezielt gegen die Motteneier vorgehen möchtest, können Schlupfwespen der Gattung Trichogramma eine sinnvolle biologische Bekämpfungsmethode sein. Die winzigen Nützlinge suchen nach Motteneiern und legen ihre eigenen Eier darin ab. Dadurch entwickelt sich aus dem parasitierten Mottenei keine neue Larve. Schlupfwespen setzen also genau dort an, wo andere Methoden wie Pheromonfallen nicht wirken. Das macht sie besonders interessant bei einem Befall, bei dem trotz der Behandlung von Kleidungsstücken noch Eier in Schränken, Ritzen oder anderen geschützten Bereichen vorhanden sein können.

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Wie werden Schlupfwespen angewendet?

Die Schlupfwespen werden in der Regel auf kleinen Kärtchen bereitgestellt. Diese platzierst du direkt in den betroffenen Schränken, Schubladen oder anderen Bereichen, in denen Kleidermotten vermutet werden. Wichtig ist, dass die Behandlung nicht nach wenigen Tagen beendet wird. Da sich Motteneier über einen längeren Zeitraum im Haushalt befinden können, werden die Kärtchen in mehreren Intervallen erneuert.
Das Umweltbundesamt nennt bei der Bekämpfung von Kleidermotten eine Behandlung über einen längeren Zeitraum mit mehreren Erneuerungen. Die konkrete Dauer richtet sich dabei nach dem verwendeten Produkt und der jeweiligen Befallssituation.

Was passiert nach der Behandlung?

Die Schlupfwespen sind mit bloßem Auge kaum wahrnehmbar und für Menschen und Haustiere ungefährlich. Sobald keine geeigneten Motteneier mehr vorhanden sind, finden sie keine Wirte mehr und verschwinden von selbst. Schlupfwespen ersetzen allerdings nicht die Reinigung und Behandlung befallener Textilien. Sie sind vielmehr eine Ergänzung, mit der sich insbesondere verbliebene Motteneier gezielt bekämpfen lassen.

Unsere Erfahrung mit Schlupfwespen

Wir haben selbst erlebt, wie hartnäckig ein Mottenbefall sein kann. Unsere Erfahrung bezieht sich zwar auf Lebensmittelmotten und lässt sich daher nicht eins zu eins auf Kleidermotten übertragen, zeigt aber gut, wie einfach eine biologische Bekämpfung durchgeführt werden kann. Mehr zu unserer Erfahrung und zur Anwendung von Schlupfwespen findest du hier.

Was bringen Hausmittel gegen Kleidermotten?

Lavendel, Zedernholz und andere Duftstoffe werden häufig als Hausmittel gegen Kleidermotten empfohlen. Für die Vorbeugung können solche Maßnahmen sinnvoll sein, einen bestehenden Befall solltest du damit aber nicht allein bekämpfen. Denn weder ein Lavendelsäckchen noch Zedernholz beseitigen zuverlässig die Eier und Larven, die sich bereits in Kleidung, Teppichen oder anderen Textilien befinden. Wenn du schon Fraßspuren entdeckt hast, sind deshalb gründliche Reinigung und die Behandlung der betroffenen Textilien wichtiger. Du kannst Duftstoffe anschließend ergänzend einsetzen, wenn du deinen Kleiderschrank möglichst unattraktiv für Kleidermotten halten möchtest. Sie ersetzen aber keine systematische Bekämpfung.
Wenn du genauer wissen möchtest, welche Hausmittel sinnvoll sind und wo ihre Grenzen liegen, findest du in unserem Ratgeber Hausmittel gegen Motten eine ausführliche Übersicht.

Was solltest du mit beschädigter Kleidung machen?

Nicht jedes Kleidungsstück mit einem kleinen Loch musst du sofort entsorgen. Gerade bei hochwertiger Wolle, Kaschmir oder anderen Naturfasern kann sich eine Reparatur lohnen. Bevor du beschädigte Kleidung zurück in den Schrank legst, solltest du sie allerdings zuerst behandeln. Ein gestopftes Loch beseitigt schließlich weder Larven noch Motteneier.

Gehe am besten so vor:

  1. Textil gründlich kontrollieren: Gibt es weitere Fraßstellen oder Gespinste?
  2. Befall behandeln: Wähle abhängig vom Material eine geeignete Methode wie Waschen, Wärmebehandlung oder Einfrieren.
  3. Schaden beurteilen: Erst wenn kein weiterer Befall zu erwarten ist, lohnt sich die Reparatur.
  4. Separat aufbewahren: Empfindliche und bereits behandelte Stücke kannst du zunächst getrennt von ungeprüfter Kleidung lagern.

Bei größeren Schäden oder besonders wertvollen Textilien kann eine professionelle Reinigung oder Reparatur sinnvoller sein als ein eigener Behandlungsversuch. Und natürlich gilt: Wenn ein Kleidungsstück stark beschädigt ist und sich eine Reparatur nicht lohnt, ist Entsorgen völlig in Ordnung. Wichtig ist nur, es nicht ungeprüft wieder neben andere Textilien zu legen.

So verhinderst du einen neuen Kleidermottenbefall

Nach der erfolgreichen Bekämpfung lohnt es sich, den Kleiderschrank nicht einfach wieder wie vorher einzuräumen. Einige einfache Gewohnheiten können dabei helfen, einen erneuten Befall früh zu entdecken oder von vornherein weniger wahrscheinlich zu machen.

Wollkleidung sauber einlagern

Bevor du selten getragene Wollkleidung für längere Zeit weglegst, solltest du sie entsprechend den Pflegehinweisen reinigen. Schweiß, Hautschuppen und Haare können Kleidermottenlarven als Nahrungsquelle dienen.

Empfindliche Textilien geschützt aufbewahren

Wolle, Kaschmir und andere besonders gefährdete Textilien kannst du außerhalb der Saison möglichst geschützt und geschlossen aufbewahren. Das erschwert Kleidermotten den Zugang und macht einen möglichen Befall leichter erkennbar.

Schrank regelmäßig kontrollieren

Räume den Kleiderschrank gelegentlich um und schau dir vor allem selten getragene Kleidung genauer an. So fallen kleine Löcher oder andere Auffälligkeiten schneller auf.

Haare und Flusen entfernen

Sauge regelmäßig den Schrank, den Boden darunter und die angrenzenden Bereiche. Auch Haare und Wollflusen in Ritzen können für Kleidermottenlarven interessant sein.

Teppiche und andere Textilien nicht vergessen

Bei einem früheren Befall solltest du nicht nur Kleidung kontrollieren. Auch Wollteppiche, Decken, Polstermöbel und Tiertextilien können betroffen sein.

Das Umweltbundesamt empfiehlt unter anderem, länger nicht genutzte Wolltextilien gereinigt und gut verschlossen aufzubewahren. Auch regelmäßiges Kontrollieren, Lüften und Ausklopfen kann zur Vorbeugung beitragen. Wenn du dich ausführlicher damit beschäftigen möchtest, wie du Motten langfristig aus deinem Haushalt fernhältst, findest du weitere Tipps in unserem Ratgeber Motten vorbeugen.

Welche Methode hilft gegen Kleidermotten wirklich?

Nicht jede Methode, die gegen Motten angeboten oder empfohlen wird, erfüllt dieselbe Aufgabe. Manche Maßnahmen helfen direkt bei der Bekämpfung, andere sind vor allem zur Kontrolle oder Vorbeugung geeignet.

MethodeBei bestehendem BefallWofür sinnvoll?
Textilien waschen✓Befallene Kleidung behandeln
Geeignete Wärmebehandlung✓Eier und Larven abtöten
Einfrieren✓Empfindliche Textilien behandeln
Schrank gründlich reinigen✓Eier, Larven und Rückstände entfernen
Pheromonfalle⚠️ ergänzendBefall feststellen und kontrollieren
Lavendel / Zedernholz⚠️ ergänzendVorbeugung
Schlupfwespen✓Motteneier biologisch bekämpfen
Chemische Mittel⚠️nur gezielt und mit Vorsicht

Textilien waschen

  • ✓
  • Befallene Kleidung behandeln

Geeignete Wärmebehandlung

  • ✓
  • Eier und Larven abtöten

Einfrieren

  • ✓
  • Empfindliche Textilien behandeln

Schrank gründlich reinigen

  • ✓
  • Eier, Larven und Rückstände entfernen

Pheromonfalle

  • ⚠️ ergänzend
  • Befall feststellen und kontrollieren

Lavendel / Zedernholz

  • ⚠️ ergänzend
  • Vorbeugung

Schlupfwespen

  • ✓
  • Motteneier biologisch bekämpfen

Chemische Mittel

  • ⚠️
  • nur gezielt und mit Vorsicht

Entscheidend ist deshalb nicht die Suche nach dem einen besten Mittel. Bei einem bestehenden Befall kommt es vielmehr darauf an, mehrere sinnvolle Maßnahmen miteinander zu kombinieren. Besonders wichtig sind die Behandlung der betroffenen Textilien, die gründliche Reinigung des Umfelds und die Bekämpfung verbliebener Eier. Pheromonfallen und Duftstoffe können diese Maßnahmen ergänzen, ersetzen sie aber nicht.

FAQ: Häufige Fragen zu Kleidermotten

Am zuverlässigsten ist eine Kombination aus gründlicher Reinigung, der Behandlung betroffener Textilien und einer gezielten Bekämpfung verbliebener Motteneier. Bei hartnäckigem Befall können Schlupfwespen eine sinnvolle Ergänzung sein. Eine einzelne Mottenfalle reicht dagegen nicht aus.

Je nach Material können Waschen, geeignete Wärmebehandlung oder Einfrieren Eier und Larven abtöten. Wichtig ist, nicht nur einzelne Kleidungsstücke, sondern auch mögliche Befallsherde und die Umgebung zu behandeln.

Ja. Geeignete Schlupfwespen der Gattung Trichogramma parasitieren die Eier der Kleidermotten. Dadurch können sich daraus keine neuen Larven entwickeln. Die Behandlung erfolgt über mehrere Wochen beziehungsweise in mehreren Intervallen.

Pheromonfallen können dabei helfen, einen Befall festzustellen und den Erfolg einer Behandlung zu kontrollieren. Sie fangen hauptsächlich männliche Falter, beseitigen jedoch weder Eier noch Larven. Als alleinige Bekämpfungsmethode reichen sie deshalb nicht aus.

Vor allem tierische Fasern wie Wolle, Kaschmir, Angora und andere keratinhaltige Materialien sind gefährdet. Auch Fell, Federn und Wollflusen können den Larven als Nahrung dienen. Baumwolle gehört dagegen normalerweise nicht zu den bevorzugten Fraßmaterialien.

Ja. Das Umweltbundesamt nennt für befallene Textilien mindestens −19 °C über mindestens 36 Stunden. Bei einem bestehenden Befall sollte die Behandlung über mehrere Wochen wiederholt werden. Entscheidend ist außerdem, dass das jeweilige Textil für das Einfrieren geeignet ist.

Ja. Besonders Wollteppiche und andere Textilien aus tierischen Fasern können betroffen sein. Deshalb solltest du bei einem Befall nicht nur den Kleiderschrank kontrollieren, sondern auch Teppiche, Decken und andere geeignete Materialien in der Umgebung.

Kontrolliere die betroffenen Textilien weiterhin auf neue Fraßstellen und achte auf weitere Motten. Pheromonfallen können zusätzlich zur Erfolgskontrolle eingesetzt werden. Bei einem größeren Befall solltest du die betroffenen Bereiche auch nach Abschluss der Behandlung noch längere Zeit im Blick behalten.

Fazit: Kleidermotten dauerhaft loswerden

Kleidermotten verschwinden nicht zuverlässig dadurch, dass du nur die sichtbaren Falter beseitigst. Entscheidend ist, die Larven und Eier zu erreichen und gleichzeitig mögliche Befallsherde im Kleiderschrank und in der Umgebung zu beseitigen. Am Anfang steht deshalb eine gründliche Kontrolle. Betroffene Textilien sollten – abhängig vom Material – gewaschen, erhitzt oder eingefroren werden. Anschließend gilt es, Schrank, Ritzen und angrenzende Bereiche gründlich zu reinigen. Pheromonfallen können dabei helfen, den Befall zu kontrollieren, sind aber keine alleinige Lösung. Bei hartnäckigem Befall können Schlupfwespen eine interessante biologische Methode sein, weil sie direkt die Motteneier bekämpfen. Anschließend solltest du die betroffenen Textilien weiterhin kontrollieren und empfindliche Naturfasern künftig sauber und möglichst geschützt lagern. So wird aus der einmaligen Bekämpfung idealerweise ein dauerhaft mottenfreier Kleiderschrank.

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